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Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Lörrach
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Explosion Gaswerk 1980
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Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Lörrach

Die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Abteilung Lörrach von der Gründung 1859 bis heute.

Die Jahre 1859 - 1959

(verfasst von Karl Sutter, Ehrenkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Lörrach;
Auszug aus der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Feuerwehr Lörrach im Jahr 1959)

Der eigentliche Geburtstag der Wehr ist der 5. November 1858. Ein heute noch vorhandenes Schriftstück aus dieser Zeit besagt, dass vor dem damaligen Bürgermeister Kalame und Ratschreiber Würslin sich eine Anzahl Männer durch Unterschrift zur Errichtung einer Freiwilligen Feuerwehr verpflichtet haben. Das Schriftstück umfasst die Namen von 156 Mann, die sich damals zum Beitritt bereit erklärten. Im Jahre 1859 ist dann die neue Feuerwehr erstmals in Erscheinung getreten und die erste Verwaltungsratssitzung hat am 2. Mai 1859 stattgefunden.
Nach dem Protokoll dieser Sitzung war jeder, der sich zum Beitritt bereit erklärt hatte, verpflichtet, sich die notwendigen Ausrüstungen bzw. Kleidung selbst zu beschaffen und zwar bestand dieselbe aus einem „kurzen, ungebleichten Drilchrock und einer Hose aus gleichem Zeug“; die weitere Ausrüstung beschaffte die Stadt Lörrach. An den Gemeinderat wurde der Antrag gestellt auf Gewährung eines Kredites zur Anschaffung von Requisiten und zwar:
150 Helme, 120 Gurten, 37 Beile, 2 Äxte, 2 Fuchsschwänze, 41 Leinen, 4 Hupen, 2 Signalhörner und eine große Leiter.

Übungen sollten anfänglich dreimal jede Woche stattfinden und zwar Sonntagmorgens 5 - 7 Uhr sowie Montag und Mittwoch von 6 Uhr abends bis zum Einbruch der Dunkelheit; dieses musste dem Bezirksamt gemeldet werden. Bei der Gründung scheinen zwei kleine Spritzen vorhanden gewesen zu sein, außer der großen Zunftspritze, die erst später in den Besitz der Feuerwehr überging. Erster Kommandant war Markus Pflüger, Hirschenwirt und Posthalter; Oberleutnant war Severin Say, Kaufmann; Adjutanten waren Leonhard Kromer und Jakob Wiedmer; in den Verwaltungsrat wurden gewählt: Notar Osswald, Maurer Adler, Wilden-Mann-Wirt Wesler und Blechner Gutermann. Über die Einteilung der Mannschaft ist noch eine Urkunde vorhanden.

Da der damalige Spritzenschopf zu klein war, ist der Gemeinderat ersucht worden, die Zehntscheuer als Gerätehaus zur Verfügung zu stellen. In dem oben angeführten Protokoll ist auch festgelegt, dass die Sitzungen des Verwaltungsrates jeweils am ersten Montag jedes Monats stattfinden sollen. Nach späteren Protokollen ist dies ziemlich scharf eingehalten worden und ist heute noch so. Aus den Aufzeichnungen ist ersichtlich, dass es sich die Leitung der jungen Wehr angelegen sein ließ, dass die Übungen von jedem Wehrmann pünktlich besucht wurden. Bei unentschuldigtem Fehlen wurden Strafen verhängt im Mindestbetrag von 24 Kreuzer und im Höchstbetrag von 5 Gulden. Es scheint, dass in der ersten Zeit ziemlich viele Versäumnisse der Übungen vorgekommen sind, denn es mußte dem Bürgermeister schon im ersten Jahr eine
Strafliste zugesandt werden, damit die Strafen durch den Ortsdiener Witz, der zugleich Korpsdiener war, eingezogen wurden. Hinsichtlich der Geräte mußte offenbar in jener Zeit ziemlich gespart werden, denn der Verwaltungsrat hatte beschlossen, dass die vorhandene große Leiter durch Scharniere verlängert wird, damit sie an den größten Häusern der Stadt auch gebraucht werden kann.

Der erste Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr war dann am 30. Januar 1860. Es brannte bei der Firma Koechlin & Baumgartner. Dieser Brand gab der Firma KBC Anlass, nach dem Vorbild der jungen Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Lörrach eine eigene Fabrik-Feuerwehr zu gründen, welche unter der Oberleitung der Herren Nikolas Koechlin und Philipp Imbach auch bald ins Leben gerufen wurde.

Im Jahre 1861 wurde eine freiwillige Sammlung zum Zweck der Anschaffung einer neuen Spritze in die Wege geleitet, die den Betrag von 1100 Gulden ergab. Der Gemeinderat wurde ersucht, die vorhandene alte Spritze zu verkaufen; der Ertrag belief sich auf 250 Gulden. Es wurde nun bei der Firma Metz in Heidelberg eine neue Stadtspritze mit Beiwagen und vollständiger Ausrüstung bestellt, die inklusive 50 Schuh Schläuchen 1284 Gulden kostete.

Nach einer Aufzeichnung vom 6. Januar 1862 scheint 1861 bereits ein Feuerwehrfest gefeiert worden zu sein, denn ein Eintrag lautet: „Es wurden beim Pompiersfest für ca. 10 Gulden Pulver verschossen, welchen Betrag die Gemeindekasse übernimmt“. Bürgermeister war in diesem Jahre Herr Wenner. Die Feuerwehr wurde auch in früheren Zeiten zu allen möglichen Hilfeleistungen herangezogen, so als Absperrkommando bei Festlichkeiten, als Wasserwehr und anderen Anlässen. An der Eröffnung der Wiesentalbahn 1862 hatte die Feuerwehr auf Ersuchen des Gemeinderates die Absperrung des Bahnkörpers zu übernehmen, weil der Gemeinderat einen starken Volksandrang erwartete.

Die Turner des 1862 gegründeten Turnvereins erboten sich, die Mannschaft für eine Spritze zu stellen, weshalb auch viel später noch von diesem Gerät als der »Turnerspritze« gesprochen wurde.
1864 wurden - wie auch in vielen späteren Jahren - bei Sturm Nachtwachen und Streifen zur Verhütung von Feuersbrünsten gestellt.

Im Frühjahr 1866 hat der damalige Amtsvorstand des Bezirksamtes, Herr Oberamtmann von Preen, das Kommando der Freiwilligen Feuerwehr Lörrach ersucht, sich auf Wunsch zur Verfügung zu stellen, um die Wehren des Bezirks in der Handhabung der Geräte zu unterrichten. Diesem Wunsch wurde vom Kommando bereitwillig entsprochen. Im Sommer dieses Jahres wurde der Wehr seitens der Aachener und Münchener Feuerversicherungsgesellschaft eine vierrädrige Spritze geschenkt. Um die gleiche Zeit wurde das Kommando von der Behörde ersucht, im Hinblick auf die kriegerische Zeit damals, auf der Hut zu sein, um gegebenenfalls zur Aufrechterhaltung der Ordnung herangezogen werden zu können.

Der Feueralarm wurde von Anfang an bis zur Einführung der Weckerlinie 1922 durch Hornisten und Tambouren ausgeführt. 1870 wurde eine besondere Trommel auf das Rathaus gebracht, damit im Brandfalle von dort aus sofort alarmiert werden konnte. Zu gleicher Zeit wurde bei Obmann Gutermann, der Hornist war, ein Glockenzug am Haus angebracht, damit er geweckt werden konnte, um mit dem Signalhorn zu alarmieren.

Der Krieg 1870/71 fand auch die Freiwillige Feuerwehr Lörrach auf dem Posten. Aus den Aufzeichnungen geht hervor, dass sie zu Wachdiensten herangezogen wurde. Ein Protokoll über eine sofort bei Kriegsausbruch im Gasthaus zur Krone abgehaltene Wehrversammlung besagt u. a. folgendes:
»Mit einer kräftigen Ansprache wurde die Generalversammlung, welche überaus zahlreich besucht war, durch den Vorsitzenden eröffnet und den Versammelten bedeutet, dass Pflicht jedes Bürgers sei, in diesem frevelhaft an uns begonnenen Krieg nicht nur seinen eigenen Herd zu schützen, sondern auch wo möglich zum Schutze der Landesgrenze und der allgemeinen Sicherheit sein Möglichstes beizutragen.« Darauf wurde ein allgemeines Ansuchen nach Waffen gestellt, und es wurden 100 Gewehre - Mutziger Vorderlader mit Zündhütchen zum Aufsetzen - an die hiesige Bürgerschaft und Feuerwehr verteilt. Unter dem damaligen Adjutanten, Engelwirt Kübler, wurden auf dem Schützenhaus Schießübungen abgehalten; es wurde stehend freihändig geschossen. Bei einer solchen Übung hatte Schießleiter Kübler den Ladestock im Gewehr stecken lassen und abgeschossen, der sich dann trotz eifrigem Suchen nirgends mehr vorfand. Auf dem Tüllinger Berg wurden nachts öfter eine Anzahl Wachfeuer von der Feuerwehr angezündet, die dem Feind im nahen Elsaß starke militärische Kräfte vortäuschen sollten.

Im Jahre 1871 legte der bisherige Kommandant Markus Pflüger sein Amt nieder und an seiner Stelle wurde der bisherige Adjutant Schlossermeister Jakob Wiedmer zum neuen Kommandanten gewählt. Als Oberleutnant fungierte Friedrich Glünkin und als Adjutanten Tobias Läuger und Friedrich Kübler, Engelwirt. Im Jahre 1872 erfolgte der Eintritt in den Badischen Feuerwehrverband. Schon nach einem Jahr legte Hauptmann Wiedmer sein Amt nieder. Es schien damals eine Krise zu herrschen, denn um den 6. Juni erfolgte die Amtsniederlegung sämtlicher Offiziere. Der damalige Bürgermeister Johann Grether, der der Feuerwehrsache immer das größte Interesse entgegenbrachte, nahm sich der Sache an und berief eine Versammlung im Gasthaus zum Ochsen ein. In dieser Versammlung wurde als Hauptmann Tobias Läuger gewählt. Im Frühjahr 1874 trat Hauptmann Läuger zurück, und an seine Stelle trat als Hauptmann Friedrich Gutermann.

Im Frühjahr 1875 kriselte es wieder in der Wehr, denn der ein Jahr zuvor gewählte Hauptmann Gutermann legte sein Amt nieder und am 9. August folgte der ganze Verwaltungsrat seinem Beispiel. Auf Vorschlag von Gemeinderat Holdermann, der im Auftrag des Gemeinderates an der Versammlung teilnahm, wurde Dr. Edmund Keller als Hauptmann gewählt. Unter der Leitung von Dr. Keller entwickelte sich die Wehr günstig; auch muss er sich großer Beliebtheit erfreut haben, denn anlässlich seiner Hochzeit, wurde ihm am 14. März 1876 ein Fackelzug dargebracht. Er war dann elf Jahre Kommandant.

In den 70er Jahren wurde eine große Zigeunerbande mit Roß und Wagen hier eingeliefert. Zu deren Abtransport vom Bahnhof auf die Matten neben dem ehemaligen alten Gaswerk und zur Bewachung während der ganzen Nacht, in der auch ein junges Zigeunerlein das Licht der Welt erblickte, wurde die ganze Feuerwehr aufgeboten.

Als Feuersignal diente früher bei Bränden in der Stadt das Rathausglöcklein und für außerhalb die Kirchenglocken. 1876 war bei der Wilhelmschen Brauerei ein Hydrant eingebaut worden, eine Neuerung, die damals wohl allein stand, aber allgemein Anklang gefunden hat. Es sollte noch viele Jahre gehen, bis die Wasserversorgung der Stadt modernisiert wurde. Im Mai 1877 fand in Lörrach ein Gautag des Kreisverbandes der Freiwilligen Feuerwehren statt, wozu 750 Mann auswärtige Wehren erschienen waren. Damals fand gemeinschaftlich mit der Fabrikfeuerwehr KBC eine Übung statt, und die ganze Veranstaltung scheint zur Zufriedenheit aller Beteiligten ausgefallen zu sein. Am Gautag 1877 hat sich auch die Basler Feuerwehr stark beteiligt. Wie heute noch, verband auch damals schon eine gute Freundschaft die beiden Wehren. In der Nacht, die dem Gautag folgte, brannte die Mühle der Gebrüder Stöcklin in Stetten ab und die noch anwesenden Basler Kameraden halfen bei der Brandbekämpfung. Ein Lörracher Feuerwehrmann fiel damals in den Kanal, offenbar hatte er in seiner Festivität seinen am Fest geholten inneren Brand mit Festwasser zu stark gelöscht.
Vom 27. bis 30. Dezember 1881 musste die Wasserwehr in Tätigkeit treten. Die Wiese führte Hochwasser und die Mannschaften müssten Tag und Nacht im Dienste sein bei einer Löhnung von 3 Mark für zwölf Stunden. Bei diesem Hochwasser wurde die Wiesenbrücke, die die Verbindung mit Tüllingen herstellte, weggerissen, wobei 13 Lörracher Einwohner den Tod fanden.

Am 14. September 1884 wurde das 25. Stiftungsfest gefeiert, wobei vier Mann die Auszeichnung für 25 Jahre Dienstzeit erhielten. 1886 trat der bisherige Kommandant Dr. Keller aus Gesundheitsgründen von seinem Posten zurück. Sein Nachfolger wurde der bisherige Oberleutnant Friedrich Reitter.

In den Jahren 1886/87 erhielt die Stadt Lörrach ihre neue Wasserversorgung, was bei der Feuerwehr sehr begrüßt wurde. Dadurch konnte die Abteilung »Wasserträger« aufgelöst werden. Am 30. Oktober 1887 fand die Einweihung der neuen Wasserleitung statt. 1892 erfolgte die Anschaffung einer vierräderigen Überlandspritze, ebenso eines Sprungtuches, dessen Vorhandensein 41 Jahre später sieben Personen das Leben rettete. Im Juli 1892 hat sich die Wehr sehr stark am Landesfeuerwehrtag in Lahr beteiligt. Während der Abwesenheit der Beteiligten, mit Kommandant Reitter an der Spitze, hatten die zurückgebliebenen Kameraden einen Großbrand zu löschen.
Grethers große Scheune in der Stadtmitte war in Brand geraten. Hier zeigte sich nun der Vorteil der neuen Wasserleitung gegenüber früher, wo das Löschwasser über weite Entfernungen herangeholt werden musste. Der Brandweiher war früher an der Rheinfelder Straße bei der Seifenfabrik Walz; er wurde vom Stadtgraben gespeist. Am 16. November 1897 starb der bisherige Kommandant Friedrich Reitter, an seine Stelle wurde nun der ehemalige Oberleutnant Emil Hessner zum Kommandanten gewählt, der diesen Posten 22 Jahre bekleidete.
1898 brach am 1. Mai morgens 6 Uhr ein Brand bei Ziegler in der Teichstraße aus. Der Alarm wurde als Wecken zum vorgesehenen Maimarsch gehalten, was eine Verzögerung in der Brandbekämpfung ergab. Im August 1898 fand hier der 17. Badische Landesfeuerwehrtag statt, der mit einer großen Feuerwehrgeräteausstellung verbunden war. Beim 40. Stiftungsfest am 1. Oktober 1900 konnte Zuckerbäcker Hitzig die Auszeichnung für 40jährige Dienstzeit verliehen werden.