Großbrand Mehrzweckhalle

Brandeinsatz > Überlandhilfe
Brandeinsatz
Einsatzort Details

Inzlingen, Schloßstraße
Datum 02.02.2020
Alarmierungszeit 18:49 Uhr
Einsatzende 02:30 Uhr
Einsatzdauer 7 Std. 41 Min.
Alarmierungsart Meldeempfänger
Einsatzleiter Manuel Müller
Mannschaftsstärke 63
eingesetzte Kräfte

Abteilung Lörrach
Abteilung Haagen
Abteilung Hauingen
Einsatzleiter vom Dienst
    Fahrzeugaufgebot   Einsatzleitwagen 1  Mann­schafts­transport­wagen Lörrach 2  Tanklöschfahrzeug 24/50  Drehleiter DLK L32A XS 3.0  Löschgruppen-Fahrzeug LF 20/16  Löschgruppen-Fahrzeug LF 16/12 (1/44-3)  Gerätewagen Logistik (klein)  Mann­schafts­transport­wagen Haagen (a.D.)  Drehleiter DLK 23-12 L32A  Löschgruppen-Fahrzeug LF 8/6  Löschgruppen-Fahrzeug LF 20/20  Löschgruppen-Fahrzeug LF 20/20

    Einsatzbericht

    Der SV Inzlingen steht vor den Trümmern seines größten Stolzes: Die Halle, die Mitglieder des Sportvereins aus dem Kreis Lörrach ehrenamtlich gebaut und modernisiert haben, ist ausgebrannt.

    Die Rauchsäule und die Flammen, die am Sonntagabend in Inzlingen emporsteigen, sind trotz der Dunkelheit gut sichtbar. Die Sport und Turnhalle des SV Inzlingen brennt, 80 Feuerwehrleute aus dem Ort, aus Lörrach, Haagen und Brombach versuchen zu retten, was zu retten ist. Zwölf Feuerwehrfahrzeuge sind im Einsatz. Es fliegen Funken aus dem Gebäude, zwischen verkohltem Holz sieht man die Flammen.

    "Die Halle ist wichtig für den Verein."Marco Muchenberger
    Offenbar fing der Dachstuhl Feuer, das hieß es zumindest bei der Alarmierung gegen 18.40 Uhr. Als die Feuerwehrleute in Inzlingen eintreffen, stellen sie fest: Der Brand hat sich ausgebreitet. Der Korb einer Drehleiter steigt empor, die Feuerwehrmänner löschen von allen Seiten und von oben. An der Schloßstraße stehen rund 30 Menschen und beobachten die Löscharbeiten, unter ihnen auch die Hallenwartin. Sie sei Sonntagmorgen noch in der Halle gewesen, sagt sie. "Ich bin mit ihr aufgewachsen." Auch in anderen Gesprächen wird deutlich, wie wichtig die Halle ist. Parallel wird über die Brandursache gemutmaßt und wo das Feuer ausgebrochen ist. Polizisten laufen entlang der Straße und befragen die Menschen. Warum die Halle des Vereins brennt, ist unklar.

    In mehr als 14.000 Arbeitsstunden zur Mehrzweckhalle umgebaut

    Der SV Inzlingen schreibt auf seiner Homepage: "Die SVI Halle wurde 1938 in Eigenregie mit – für heutige Verhältnisse nicht vorstellbarem – unermüdlichem Einsatz und grenzenlosem Engagement von den Vereinsmitgliedern geplant und mehrfach umgebaut, erweitert und modernisiert." 1986 hätten Freiwillige insgesamt 14.000 Arbeitsstunden geleistet, um das Gebäude zur Mehrzweckhalle umgebaut. Vier Jahre hat das gedauert.
     

    Der letzte Großbrand im Ort ereignete sich 2004. Inzlingens Bürgermeister Marco Muchenberger ist früh eingetroffen, er wohnt neben der Feuerwehr. Er sagt: "Die Halle ist wichtig für den Verein. Das wäre ein ganz großer Verlust."

    "Da ist nichts zu retten"

    Nach einem Verlust der Halle sieht es um 20 Uhr bereits aus. Vom Dachstuhl ist nicht mehr viel übrig. Die Verantwortlichen treffen sich zu einer Einsatzbesprechung. Inzlingens Feuerwehrkommandant Thomas Muck sagt: "Da ist nichts zu retten."

    Auch für Muck ist es keine normale Halle. Er habe darin schon Theater gespielt. "Das ist jetzt aber nicht wichtig", sagt der Feuerwehrkommandant. Er berichtet, dass das Hauptaugenmerk darauf liege, die umliegenden Häuser zu schützen. In der Halle seien keine Menschen gewesen. Am Samstag habe es eine Veranstaltung gegeben, die Halle sei danach gut zugesperrt worden. "Wir sind nicht ohne Schlüssel rein gekommen", sagt Muck.
    "Ich bin froh, dass niemandem etwas passiert ist."Thomas Muck
    Wenig später unterhält er sich mit Anwohnern. Ein Bagger muss dort durch den Vorgarten fahren, um ein Vordach einzureißen. So können die Feuerwehrmänner Brandnester bekämpfen. Mittlerweile hat es angefangen, zu nieseln. Die Anwohner haben Verständnis. Eine Frau fragt, ob sie die Außenbeleuchtung anschalten soll, damit die Feuerwehr mehr sieht. Muck wird das Verhalten von einigen noch explizit loben. Denn die Feuerwehr wurde beim Eintreffen auf eine Stromoberleitung bei der Halle hingewiesen. Diese sei durchgebrannt. Es hätte sich leicht jemand verletzen können, sagt der Kommandant. Das sei aber nicht passiert. "Ich bin froh, dass niemandem etwas passiert ist", sagt Muck. Bürgermeister Muchenberger formuliert es so: "Es ist das wichtigste, das niemand verletzt wurde."

    Kriminalpolizei Lörrach ermittelt

    Um 21 Uhr besprechen sich die Einsatzkräfte. Die Schloßstraße ist zu diesem Zeitpunkt gesperrt. An der Abzweigung zur B316 steht ein Polizeifahrzeug. Von außen sieht man zwar keine Flammen mehr, die Feuerwehr bekämpft aber immer noch Brandnester. Der Geruch von kaltem Rauch liegt in der Luft. Feuerwehrkommandant Muck sagt, dass der Brand so weit gelöscht sei, dass alle Anwohner in ihre Häuser zurückkehren könnten.

    Gegen 23 Uhr sind die Löscharbeiten weitgehend beendet. Die Brandursache ist weiterhin nicht bekannt, auch nicht die Schadenshöhe. Die Kriminalpolizei Lörrach ermittelt.

    Der Montagmorgen

    Wie stark die Halle beschädigt ist, zeigt sich am Montagmorgen. Die Feuerwehr ist noch mit einem Fahrzeug vor Ort. Vereinzelt flackerten immer noch Brandnester auf, sagt Feuerwehrkommandant Muck. Geschlafen hat er in dieser Nacht wenig. Auch Bürgermeister Muchenberger steht vor den Überresten des Gebäudes. Absperrungen müssten nun organisiert werden, sagt er. Die Polizei hat die Halle beschlagnahmt. An einer kleinen Tür, die das Feuer überstanden hat, klebt ein amtliches Siegel. Vom Dachstuhl sind nur noch einige verkohlte Balken übrig. Der Giebel im hinteren Teil ist eingestürzt. Über der Eingangstür haben Teile eines Schranks das Feuer überstanden, Pokale stehen darin. Neben der Halle weht noch die Fahne des Sportvereins.

    "Das ist alles in Eigenleistung gebaut worden."Der Ehrenpräsident


    Feuerwehrkommandant Muck sagt, dass die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte gut funktioniert habe. "Was wichtig ist, konnten wir erhalten – die umliegenden Gebäude." Der Hauptraum sei komplett ausgebrannt. Noch bis 5 Uhr morgens seien 12 Feuerwehrmänner vor Ort gewesen. Muck steht neben Ernst Meier, der Ehrenpräsident des SV Inzlingen. "Das ist alles in Eigenleistung gebaut worden", sagt Meier. Auch er habe in den 1980er Jahren geholfen, insgesamt 8 Wochen lang. "Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen." Meier blickt seitlich auf die Halle. Ruhig und mit gefasster Stimme zeigen er, wo die Umkleide stand mit der Dusche und die Küche. Seit er 10 Jahre alt ist, sei die Halle für ihn eine Sportstätte, sagt der 84 Jährige.

    Sechsstellige Schadenshöhe

    Polizeisprecher Jörg Kiefer sagt auf Anfrage der Badischen Zeitung, dass die Schadenshöhe in einem sechsstelligen Bereich liege. Ob es sich um Brandstiftung handelt oder um einen technischen Defekt sei unklar. Die Spurensicherung sei zwar schon vor Ort gewesen. Die Statik des Gebäudes muss aber überprüft werden. "Es heißt, es bestehe Einsturzgefahr", sagt Kiefer.


    Kurz vor 10 Uhr packen die Feuerwehrmänner die Schläuche zusammen und fahren davon, wenige Minuten später verlässt auch der Kommandant als letzter die Brandstätte.
     
     
     

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